Mastodon

Die letzten Jahre habe ich Twitter sehr gerne und vor allem hauptsächlich dazu genutzt, mit meinen Freunden aus der Java Community in Kontakt zu bleiben. Kurze Updates als Tweet, Absprachen per Direct Message, alles lief wunderbar. Dann kam Elon Musk und hat Twitter gekauft. Das fand ich noch nicht so schlimm, schliesslich hat Microsoft auch GitHub gekauft und obwohl einige das zum Anlass genommen haben, zu GitLab zu wechseln, bin ich bei GitHub geblieben. So lange sich nichts ändert und ich weiterhin zufrieden bin, weshalb sollte ich wechseln?

Bei Twitter verhält es sich nun etwas anders. Obwohl ich mit dem Angebot des Dienstes an sich sehr zufrieden bin, ändert sich nun einiges bei Twitter selbst. Die Ankündigungen von Elon Musk schüren in mir Bedenken zu mehr Hassrede und Fakenews auf dem Netzwerk. Der Verwaltungsrat wurde von Elon komplett entlassen und er machte sich selbst zum alleinigen Direktor. Also einer Art Alleinherrscher im Twitterverse. Die Hälfte der Angestellten soll gehen und die übrigen Entwickler bekommen die Pistole auf die Brust, Features immer innerhalb einer Woche zu liefern oder gekündigt zu werden. Und nun soll auch noch die Account-Verifikation kostenpflichtig werden (genau genommen soll man Accounts nur noch verifizieren können, wenn man ein Abo für $19 pro Monat abschliesst).

Der Dienst ist weiterhin toll, doch die Politik dahinter finde ich abstossend. Dabei geht es nicht nur mir so. In meiner Java Bubble bei Twitter hat ein Exodus eingesetzt, so gut wie alle haben in den letzten Tagen zu Mastodon gewechselt oder sind gerade dabei. Ich habe mitgemacht. Mastodon ist nicht direkt mit Twitter vergleichbar, hat aber grosses Potential und vor allem scheint es alles zu bieten, was ich brauche. Insbesondere die Kontakte aus meiner Bubble, ohne die es sonst recht einsam wäre. Also bin ich letztes Wochenende ebenfalls gewechselt und du findest mich bei Mastodon ab sofort als @McPringle@fosstodon.org.

Dank Marc R. Hoffmann gibt es zudem ein tolles GitHub Repository, in dem alle wichtigen Leute aus der Java Bubble mit ihrem Twitter- und Mastodon-Account aufgelistet sind. Die Liste wird jeden Tag länger. Das tolle: Es wird eine CSV-Datei generiert, die man in seinem Mastodon-Account importieren kann. Cool!

Nun hoffe ich, dass Mastodon bzw. das Fediverse mittelfristig Twitter zumindest bei mir komplett ablösen wird. Auf eine dezentrale Zukunft, bei der uns unsere Daten selbst gehören! Jetzt nicht mehr getweetet, sondern getrötet und nicht mehr retweetet, sondern geboosted!

Bis bald auf Mastodon
Marcus